Neubau der Sächsischen Aufbaubank in Leipzig – GRÜNE kritisieren Kostenexplosion und Planungsfehler

(2017-55) Die Sächsische Aufbaubank (SAB) verlegt ihren Hauptsitz von Dresden nach Leipzig. Dort wird derzeit auf 3,2 Millionen Euro teurem Baugrund der Baubeginn für ein neues Gebäude vorbereitet.
„Doch nicht nur der geplante Zeitplan ist inzwischen völlig überholt, auch die Kosten explodieren“, kommentiert der baupolitische Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion Wolfram Günther die Antworten von Finanzminister Unland (CDU) auf seine aktuelle Kleine Anfrage.

„Baubeginn sollte ursprünglich schon 2015 sein, die Fertigstellung 2018. Aktuell liegt noch nicht einmal eine Gesamtbaugenehmigung vor. Mit dieser rechnet Finanzminister Unland in diesem Jahr. Danach sind Bauzeiten von mindestens zweieinhalb Jahren veranschlagt. Von anfänglich veranschlagten 50 Millionen Euro sind die Kalkulationen mittlerweile bei 110 Millionen Euro angelangt. Die Umzugskosten sind dabei noch nicht einmal eingepreist. Die Kosten haben sich mehr als verdoppelt und nach Stellungnahme der Staatsregierung scheint das Ende der Fahnenstange diesbezüglich noch nicht erreicht zu sein. Das ist eine immense Fehlkalkulation. Ich erwarte vom Freistaat verantwortungsbewusst mit öffentlichen Geldern zu planen und zu bauen. Beim SAB-Neubau in Leipzig wird er seiner Vorbildfunktion als Bauherr nicht gerecht.“

„Baukosten von mehr als 6.100 Euro je Quadratmeter sind nicht zu rechtfertigen. Das Geld könnte die Staatsregierung z.B. auch in den sozialen Wohnungsbau investieren oder Teile des erworbenen Geländes anderer Nutzung zugänglich machen. Städteplanerisch bietet sich der Standort der Bank für eine gemischte Nutzung mit Wohnungen an. Hier wäre eine Kooperation mit der Stadt Leipzig dringend zu empfehlen.“

Trotz geplantem fünfstöckigem Gebäude und 10.000 Quadratmeter Grundstück soll nur die Hälfte der SAB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tatsächlich in den neuen Hauptsitz umziehen.
„Bedarf und Nutzen in der derzeitigen Planung stehen nicht im Einklang. Ich frage mich, ob das Projekt für die tatsächliche Verwendung nicht vollkommen überdimensioniert ist. Die im Rahmen des Standortekonzeptes durch die letzte CDU/ FDP-Regierung versprochenen Einsparungen und angesetzten Bruttobaukosten sind schon lange Schall und Rauch. Es wäre dringend angebracht, einen neue Kosten-Nutzenanalyse vorzulegen. Dieser von uns GRÜNEN seit Jahren geforderten Überprüfung des Standortekonzeptes verweigert sich leider auch die aktuelle CDU/SPD Regierung.“
„Die Umzugs- und Neubaupläne sind erschreckend inkonsequent: Entweder man belässt den Standort der Bank in Dresden oder zieht ganz nach Leipzig. Was jetzt droht, ist eine für die Steuerzahlenden teure halbgare Variante. Die SAB stellt sich ein Prestigeobjekt nach Leipzig und begründet den großen Platzbedarf unter anderem durch die Bereitstellung bestimmter Areale als öffentlichen Raum. Viel sinnvoller wäre aber statt eines parkähnlichen Anwesens der SAB eine Verdichtung auf dem großen Grundstück und die Schaffung von Wohnraum an dieser urbanen Adresse.“

„Mit der Verdichtung des städtischen Raumes sollte gewissenhafter umgegangen werden“, fordert Günther. „Ein Bau, dessen Kosten weit höher als gedacht sind und dessen Zweckmäßigkeit nach derzeitigem Planungsstand fragwürdig ist, wäre kein Gewinn für die Stadt Leipzig.“

» Antwort des Finanzministers Prof. Georg Unland (CDU) auf die Kleine Anfrage des Abgeordneten Wolfram Günther (GRÜNE) ‚Baukosten, Zeitplan, Wirtschaftlichkeit, Bebauungsdichte und Einsparungspotential des Neubaus des Hauptsitzes der Sächsischen Aufbaubank (SAB) in Leipzig‘ (Drs 6/7660)

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