Agrarbericht 2018 – GRÜNE: Mit dem aktuellen Anteil des Ökolandbaus von 6,4 Prozent liegt Sachsen weit hinter seinen Zielstellungen

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Günther: Statt Eigenlob sehen wir dringenden Handlungsbedarf

Dresden. Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) stellte gestern den Sächsischen Agrarbericht 2018 unter dem Motto: ‚vielfältig, nachhaltig und ökologisch‘ vor. Die GRÜNE-Landtagsfraktion hält dieses Motto für nicht untersetzt. So hat sich der ökologische Landbau zwar positiv entwickelt, mit 6,4 Prozent allerdings auf niedrigem Niveau. Und die pfluglose Bodenbearbeitung auf 62 Prozent der Ackerfläche ist sicher erosionsmindernd. Der dadurch oft notwendige Mehreinsatz von Herbiziden ist jedoch alles andere als nachhaltig. Hier bedarf es eines grundsätzlichen Umdenkens in der Bewirtschaftung.

Dazu erklärt Wolfram Günther, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Sächsischen Landtag und agrarpolitischer Sprecher:

„Der ökologische Landbau hat sich in Sachsen weiter entwickelt. Allerdings fällt der Anteil mit 6,4 Prozent ökologisch bewirtschafteter Fläche im Vergleich mit den Ländern Brandenburg (10,4 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (10,1 Prozent) eher dürftig aus. Sachsen liegt sogar noch unter dem Bundesdurchschnitt von 7,5 Prozent.

„Auch gemessen an den Zielen der Staatsregierung sind die 6,4 Prozent ein Armutszeugnis. Ich erinnere an den Landesentwicklungsplan Anfang des Jahrtausends, wonach bis 2010 zehn Prozent der Landwirtschaftsfläche in Sachsen ökologisch bewirtschaftet werden sollten. Ganz zu schweigen vom Ziel der neuen Bundesregierung, dass bis 2030 auf 20 Prozent der Fläche Ökolandbau betrieben werden soll. Statt Eigenlob sehen wir also dringenden Handlungsbedarf. Die GRÜNE-Fraktion hat dazu bereits zahlreiche Vorschläge auf den Tisch gelegt. Erinnert sei unter anderem an den umfangreichen Antrag „Strategie zur Ökolandbauförderung in Sachsen entwickeln“.

„Eine nachhaltige und ökologische Landwirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt und des Tierwohls. Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) sollte sich dafür einsetzen, dass die EU-Fördergelder in der kommenden Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2020 für Sachsen nicht gekürzt werden. Sie sollten jedoch anders verteilt werden: Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen. So könnten die Zahlungen der EU an die Landwirte künftig konsequent an die Erbringung von wirkungsvollen Umweltleistungen geknüpft sein.“

 

>> Agrarbericht 2018: https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/30754

 

>> Antrag Grüne „Glyphosat – Sachsens Landwirte jetzt beim Ausstieg unterstützen und Chance für eine generelle Pestizidreduktionsstrategie nutzen“ (Drs. 6/12879):

https://www.gruene-fraktion-sachsen.de/fileadmin/user_upload/Antraege/6_Drs_12879_0_1_1_.pdf

 

>> Antrag GRÜNE „Strategie zur Ökolandbauförderung in Sachsen entwickeln“ (Drs. 6/3477):

https://www.gruene-fraktion-sachsen.de/fileadmin/user_upload/Antraege/6_Drs_3477_0_1_1_.pdf

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