Gemeinsam für die Zukunft des Elsterfloßgrabens

Wolfram Günther, Diane Apitz, Heiko Knopf, Frank Rösel

Wird der Elsterfloßgraben in Zukunft noch Wasser führen? Das könnte man sich tatsächlich fragen, angesichts der Tatsache, dass immer weniger Wasser zur Verfügung steht. Im 16. Jahrhundert angelegt, führt der Elsterfloßgraben mit all seinen Brücken, Flutern, Gewölben, Zuflüssen und Abschlägen von Crossen in Thüringen über das Gebiet östlich von Merseburg und Weißenfels in Sachsen-Anhalt bis nach Leipzig. Doch Wasser führt er nur noch auf einem Teil der Strecke. Und er ist dennoch Wasserquelle, wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen, zugleich ein Ort des regionalen Brauchtums, ein Teil des Abwassersystems der Region, technisches Denkmal und überregional bedeutendes Ingenieursbauwerk. Daher setzen wir uns gemeinsam für die Zukunft des Elsterfloßgrabens ein.

Austausch mit Bundes-, Landes und Kommunalpolitik

Um uns ein Bild vom Elsterfloßgraben vor Ort zu machen, haben wir zu einer familienfreundlichen Wanderung entlang des Elsterfloßgrabens gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Wolfram Günther, der Landesvorsitzenden Coretta Storz, dem Bundesvorstand Heiko Knopf und Bündnisgrünen Stadt- und Kreisträten eingeladen. Der Pegauer Bürgermeister Frank Rösel informierte über die Besonderheiten und Probleme des Elsterfloßgrabens. Im intensiven Austausch mit den Gästen vom Grünen Ring Leipzig, der Stadtverwaltung Leipzig, der Landestalsperrenverwaltung, dem Förderverein Elsterfloßgraben sowie weiteren Interessierten aus dem Landkreis Leipzig und den angrenzenden Regionen gingen wir den schwerwiegendsten Konflikten auf den Grund.

Wo liegt das Problem?

Der Elsterfloßgraben führt nur noch begrenzt Wasser. Gründe gibt es hierfür viele. Auch die Braunkohle-Tagebaue trugen und tragen dazu bei. Während der Floßgraben Ende der 50er für den Tagebau Profen umverlegt werden musste, ist nun als Folge die Wasserzufuhr für den Floßgraben, solange der Tagebau Profen aktiv betrieben wird, durch die Tagebauentwässerung bis voraussichtlich Ende 2029 gesichert. Doch was geschieht ab dem Jahr 2030? Das wird in den drei Bundesländern bereits seit einigen Jahren diskutiert.

Während sich die Länder Thüringen und Sachsen für den Erhalt und die Unterhaltung des Elsterfloßgrabens politisch ausgesprochen und Einigungen mit ihren Kommunen getroffen haben, will die Regierung Sachsen-Anhalt den Elsterfloßgraben trotz EU-Fördermitteln austrocknen und verfallen lassen. Obwohl anliegende Kommunen, landwirtschaftliche Betriebe, Unternehmen und Vereine vor Ort von einem Weiterbetrieb des Grabens profitieren würden, hat sich die Regierung LSA vom Floßgraben abgewendet.

Bild vom Elsterfloßgaben

Warum wir den Elsterfloßgraben retten wollen

Die Diskussion hat deutlich gezeigt, dass dieser Schatz in der Region erhalten und politisch unterstützt werden muss. Wir stehen ganz klar zum Elsterfloßgraben. Dabei werden wir auch über Landesgrenzen hinweg mit Politik, Vereinen und Unternehmmen gemeinsam für den Erhalt kämpfen. Denn mit der Zukunft für den Elsterfloßgraben stärken wir auch einen Baustein für die Zukunft der Region!

So unterstützen wir vor Ort

Wir unterstützen die Initiativen vor Ort – seien es die Flößer, die Naturschützer, Schulen, Betriebe und regionale Politik – wir bringen diese zusammen, stärken die Verbindung zum Floßgraben vor Ort und zeigen einen finanziell tragfähigen Weg für die Zukunft auf. Auch der Elsterfloßgrabenverein kämpft mit einer Resolution für ein Weiterbestehen des Elsterfloßgrabens über das Jahr 2029 hinaus und kündigte bereits auch rechtliche Schritte gegen das Land Sachsen-Anhalt an.

Wir kämpfen für eine Zukunftsstrategie Elsterfloßgraben, die Brauchtum, Erlebbarkeit und Naturschutz länderübergreifend bündelt und den Graben erlebbar macht.

Wir wollen, dass der Floßgraben nicht nur weiterbesteht, sondern zukünftig noch besser erlebbar wird. Dafür wollen wir das Vereinsleben vor Ort unterstützen, Bildungsangebote der technischen Bildung, Natur- und Heimatkundeangebote stärken und durch einen Ausbau der Rad- und Wanderwege den Graben im wahrsten Sinne des Wortes erfahrbar machen.

So begeistern wir Kinder für den Lebensraum Elsterfloßgraben

Kind, Coretta Storz und das Elsterfloßgraben-Rätsel

Für alle teilnehmenden Kinder hatte Coretta Storz ein spannendes Erlebnisspiel rund um Wasser, Pflanzen und Tiere organisiert. Die eifrigen Naturforscher*innen haben so den Elsterfloßgraben erkundet und wollten mehr über seine Bedeutung erfahren. Vielen Dank für die Teilnahme und den schönen gemeinsamen Vormittag in Pegau!

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