Sauberes Wasser, gesunde Böden: BÜNDNISGRÜNE legen Landtagsantrag zum Schutz vor Ewigkeitschemikalien PFAS vor 

Dresden. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat einen Antrag in den Sächsischen Landtag eingebracht, um die Belastung durch per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) im Freistaat systematisch zu erfassen und einzudämmen. Unter dem Titel „Sauberes Wasser, gesunde Böden, sichere Zukunft – Schutz vor Ewigkeitschemikalien (PFAS) jetzt wirksam verbessern“ (Drs 8/6588) fordert die BÜNDNISGRÜNE-Fraktion unter anderem die Erstellung eines sachsenweiten „PFAS-Atlas“ sowie eine Verschärfung der Genehmigungs- und Vergabepraxis.

Wolfram Günther, umwelt- und naturschutzpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, warnt vor den Gefahren von PFAS:

Die unsichtbare Gefahr durch die Ewigkeitschemikalien PFAS ist längst in unseren Böden und im Wasserkreislauf angekommen. Das haben erst aktuelle Funde in Hartmannsdorf im Erzgebirge oder in Dresden gezeigt. Um das Problem landesweit systematisch anzugehen, fordern wir mit unserem Antrag u.a. einen PFAS-Atlas. Unser Trinkwasser verdient den besten Schutz und der gelingt nur mit einheitlichen Daten. Diese benötigen wir auch, um die Verursacher zur Verantwortung zu ziehen, statt die Kosten auf die Bürgerinnen und Bürger abzuwälzen.“

Besonders besorgniserregend ist die toxische Wirkung der Stoffe, die bereits in kleinsten Mengen das Hormonsystem schädigen können und als krebserregend gelten. Da PFAS plazentagängig sind, stellen sie zudem ein erhebliches Risiko für die Entwicklung ungeborener Kinder dar.

„Wenn wir heute nicht handeln, hinterlassen wir unseren Kindern eine Umwelt, deren Reinigung technisch kaum möglich und finanziell unbezahlbar ist. Sachsen hat die Chance, durch innovative Regulation und die Unterstützung unserer exzellenten Forschungslandschaft – etwa der TU Dresden und des UFZ – eine Vorreiterrolle beim Schutz vor Chemikalienrisiken einzunehmen. Wir wollen den Eintrag stoppen, bevor der Schaden irreparabel wird.“

Im „PFAS-Atlas“ sollen Altlasten, aktive Eintragsquellen und Monitoring-Ergebnisse kartografisch zusammengeführt werden. Die sächsischen Behörden sollen angewiesen werden, PFAS-Analysen zum verpflichtenden Standard in Genehmigungs- und Überwachungsverfahren zu machen und die öffentliche Beschaffung im Freistaat soll konsequent auf PFAS-freie Alternativen umgestellt werden. Zudem soll die sächsische Forschung zur endgültigen Zerstörung der extrem stabilen PFAS-Moleküle gefördert sowie eine Beteiligung von Kommunen und Wasserversorgern in die Sanierungsstrategien sichergestellt werden.

Hintergrund:

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind industriell hergestellte Stoffe, die in tausenden Alltagsprodukten (Imprägnierungen, Pfannen, Löschschäumen) vorkommen. Sie werden in der Natur nicht abgebaut. Seit dem 12. Januar 2026 gelten durch die neue Trinkwasserverordnung des Umweltbundesamtes verschärfte Grenzwerte, die ein schnelles Handeln der Landespolitik und der Vollzugsbehörden unumgänglich machen.

>> Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag „Sauberes Wasser, gesunde Böden, sichere Zukunft – Schutz vor (Ewigkeitschemikalien) PFAS jetzt wirksam verbessern“ (Drs 8/6588) <<

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