Dresden. Sachsenmilch will laut aktuellen Medienberichten die Käserei am Standort Leppersdorf schließen. Das Unternehmen gehört zur Müllermilch-Gruppe. Von der Schließung betroffen sind ca. 150 Mitarbeitende am Standort im Landkreis Bautzen.
Franziska Schubert, Vorsitzende der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, erklärt:
„Die Schließung bedeutet für etwa 150 Menschen, dass sie ihren Job verlieren und vor einer unsicheren Zukunft stehen. Wir stehen solidarisch an ihrer Seite und unterscheiden klar die Beschäftigten vom Konzernchef. Die Unternehmensgruppe Theo Müller gehört zu den größten Molkereikonzernen der Welt. Mit der Schließung der beiden Standorte lässt es Müllermilch an jeglicher Empathie fehlen, die Monopol-Strategie geht voll auf die Kosten der Menschen vor Ort.Das offene Sympathisieren des Konzernchefs Theo Müller mit der AfD spricht ohnehin eine klare Sprache: Moral und Verantwortung sind bei Theo Müller gegenüber Beschäftigten gleich null. Das Prinzip der Gewinnmaximierung auf Kosten der Gemeinschaft, was er privat ja auch betreibt, indem er in der Schweiz lebt und hier erwirtschaftete Gewinne nicht in Deutschland versteuert, verfolgt die Unternehmensgruppe mit mindestens gleicher Härte.“
„Wer bei den parallelen Verhandlungen zur Übernahme von Vogtlandmilch noch auf ein echtes Interesse an der Region setzt, wird nun eines Besseren belehrt. Für Müllermilch ist und war Sachsen offenbar vor allem ein Rohstofflager mit Autobahnanschluss. Da kann Theo Müller seinen sächsischen Verdienstorden gleich wieder zurückgeben – kritisiert haben wir diese Entscheidung immer schon. Die Landesregierung muss das Hofieren der Unternehmensgruppe Müller durch Subventionen und fragwürdige Ehrbezeugungen beenden.„
Wolfram Günther, wirtschafts- und agrarpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, ergänzt:
„Theo Müller baut sein Milchimperium aus und die Rechnung zahlen die Menschen in Sachsen. Dass das Unternehmen zu den Hintergründen und zu einem möglichen Zusammenhang mit den Übernahmeplänen in Plauen schweigt, ist gegenüber den Beschäftigten und Lieferbetrieben völlig inakzeptabel. Erst 2024 hat Müller in Leppersdorf eine neue Reibelinie für Käse in Betrieb genommen. Zwei Jahre später wird die Käserei geschlossen. So kurz sind die Planungshorizonte des Großkonzerns, während ein Milchviehbetrieb mit zwanzig Jahren und mehr rechnet, weil er in Tierwohl und moderne Stallanlagen investiert.“
„Landwirtschaftsminister von Breitenbuch darf nicht länger nur zuschauen: Er muss jetzt bei Müllermilch für Klarheit für die Lieferbetriebe und die Mitarbeitenden sorgen und gegenüber dem Bundeskartellamt klar Position beziehen.“
Weitere Informationen:
>> Bericht Sächsische Zeitung zur Schließung der Käserei in Leppersdorf
>> Pressemitteilung zur geplanten Übernahme von Müllermilch von Vogtlandmilch



