Das Fachgespräch „Gemeinsam Kreisläufe stärken“ am 17.11.2025 im Neuen Volkshaus Cotta in Dresden brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Initiativen in Sachsen zusammen, um ihre Projekte und Ideen zur Kreislaufwirtschaft zu präsentieren. Der Landesverband Nachhaltiges Sachsen e.V., vertreten durch Sophie Roßkothen und Anja Scherber, stellte die Projektergebnisse von Re:Sax vor. Das Projekt Re:Sax schuf eine Informationsbasis zur Unterstützung von Initiativen, die Ressourcenschutz und Abfallvermeidung alltagstauglich machen. Die Handlungsempfehlungen an Politik und Zivilgesellschaft zeigen auf, wie lokale Projekte wie Reparaturcafés, aber auch Verschenkeläden, Leihläden oder Materialbörsen weiterentwickelt und gestärkt werden können.
Einige beispielhafte Projekte von Initiativen aus ganz Sachsen wurden vorgestellt. Im Anschluss diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im World-Café-Format besonders relevante Strategien zur Stärkung zivilgesellschaftlicher Initiativen, welche die Kreislaufwirtschaft im Freistaat voranbringen.
Die Gesprächs- und Arbeitsrunden befassten sich mit den Themen
- Finanzierung und Planungssicherheit,
- Versicherung, Rechtssicherheit und Haftung,
- Räume und Infrastruktur,
- Vernetzung und Kooperation,
- Wirkung, Sichtbarkeit und politische Unterstützung
- sowie Nachhaltigkeit und interne Weiterentwicklung von Initiativen.
Was macht diese Initiativen so wertvoll?
Im Ergebnis zeigte sich, wie vielfältig die Leistungen der Initiativen sind. Neben der Reparatur und/ oder Weitergabe von Gegenständen für ein zweites Leben, sind die sozialen Aspekte dieser Projekte nicht zu unterschätzen. Sie stellen wichtige Treffpunkte für finanziell Schwache und für einsame Menschen dar, aber auch für hoch motivierte junge Leute oder handwerklich versierte und innovative Tüftler. Die Fahrradwerkstatt im ländlichen Raum wird so auch zum Treffpunkt für Jugendliche, denen sonst sowohl die Mittel als auch die Alternativen fehlen. Ebenso trifft der geflüchtete Techniker auf eine ältere Dame und bringt ihre Nähmaschine wieder in Gang. Junge und ältere Menschen nähen, reparieren und tüfteln gemeinsam. Es sind Geschichten der Begegnung, der Unterstützung und der Weitergabe von Wissen, die sich hier aufzeigen.
Ebenso wurde deutlich, wie stark alle Initiativen von der Verfügbarkeit von Räumen, von Wissenstransfer und von einem stabilen Netzwerk abhängen. Die Unterstützung der jeweiligen Kommune spielt dabei eine ganz zentrale Rolle. Würde man beispielsweise das kommunale Leerstandsmanagement stärker mit der Bereitstellung von Räumen für Initiativen zu verknüpfen, die gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern, würde dies solche gesellschaftlich relevanten Initiativen unterstützen.
Wie geht es weiter?
Der Austausch war wertvoll, um direkte Verbindungen zwischen den Initiativen herzustellen und zu stärken. Ebenso wurden viele Handlungsoptionen diskutiert, die in den politischen Betrieb aufgenommen werden sollen. Die BÜNDNISGRÜNE Fraktion wird diese Handlungsideen aufgreifen, und nach Prüfung in den jeweiligen politischen Ebenen diskutieren. Die Fraktion der BÜNDNISGRÜNEN im Sächsischen Landtag wird konkrete Verbesserungen für die Unterstützung von Initiativen im Freistaat ableiten und im Landtag einbringen.
Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten!



