Am Nachmittag des 9. März fand in Rochlitz der erste Sitzstreik für Frauenrechte statt. Denn in puncto Gleichberechtigung gerät der Fortschritt nicht nur immer mehr ins Stocken, sondern es lassen sich mittlerweile sogar Rückschritte beobachten. Grund genug, dass der Einladung voon Natascha Dobos und ihrem Team folgten und zum Sitzstreik über Frauenrechte sprachen. Denn Gleichstellung passiert nicht von allein. Sie braucht politische Entscheidungen, engagierte Menschen und konkrete politische Ziele!
Politik ist nach wie vor männerdominiert
Coretta Storz, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Sachsen ist über die Entwicklung speziell in der Politik sehr beunruhigt. „Gerade die Politik ist immer noch männerdominiert. Die Deutungshoheit über das, was politisch ist und was gesellschaftlich relevant ist, liegt weiterhin mehrheitlich bei den Männern und das ist ungerecht! Und es ist für uns Frauen ein Sicherheitsrisiko. Der Frauenanteil im Sächsischen Landtag liegt gerade einmal bei 27,5 Prozent, also noch nicht einmal einem Drittel und wir sind damit Schlusslicht in Deutschland. Politik braucht Perspektiven, Vielefalt und faire Repräsentanz. Parlamente müssen so vielfältig und bunt sein wie die Gesellschaft, für die sie arbeiten. Und unsere Gesellschaft ist eben nicht mehrheitlich weiß, Ü 50, in einer heiteren Farbpalette von mittelgrau bis anthrazit.“
Das haben wir erreicht
In der letzten Legislatur haben wir mit Katja Maier als Ministerin u. a. das Sächsische Gleichstellungsgesetz erwirkt sowie die Gleichstellungsbeauftragte auf Landesebene gestärkt. Ebenso haben wir Gründerinnenprogramme unterstützt, Frauen in Führungspositionen gefördert und Initiativen für Alleinerziehende und bessere Kinderbetreuung auf den Weg gebracht – unter anderem durch Fachkräftemonitoring zur frühkindlichen Bildung, zur Bedarfsprognose und Fachkräftestrategie, als auch durch Stärkung der Inklusion als auch der Kindertagespflege.
Dafür kämpfen wir!
Wir erleben aktuell gerade einen Rollback. Dabei wollen wir noch so viel erreichen, wir sehen was alles noch nicht da ist. Um dem entgegenzuwirken reicht Defensive nicht aus: Sachsen braucht eine aktive Gleichstellungspolitik, die strukturelle Benachteiligungen abbaut und Erwerbschancen real verbessert – auch mit Blick auf Fachkräftesicherung und demografischen Wandel!
Aktuell arbeiten wir als Bündnisgrüne Fraktion daran, z. B. Mutterschutz für Selbstständige zu erreichen, eine Ressortübergreifende Gleichstellungsstrategie für den Freistaat Sachsen zu erarbeiten sowie bessere Betreuungsangebote und höhere Investitionen in Kita und Schule zu ermöglichen. Denn Gleichstellung braucht konkrete Politik, von der am Ende alle in unserer Gesellschaft profitieren.



