Bewerbung als Kandidat von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für das Amt des Oberbürgermeisters von Leipzig

Bild von Wolfram Günther vor der Stadt Leipzig

Ich bin Wolfram, geboren 1973, aufgewachsen in Leipzig-Schönefeld. Gemeinsam mit Euch, den Leipziger Bündnisgrünen, möchte ich erreichen, dass Leipzig in herausfordernden Zeiten lebenswert, weltoffen und innovativ bleibt.

Damit Leipzig auch in Zukunft hat, was es heute ausmacht – Freiräume für verschiedenste Lebensentwürfe, zum Ausprobieren und Wachsen – dafür braucht es einen Aufbruch. Den möchte ich mit Euch wagen.

Ich trete an für die Nominierung zum bündnisgrünen Kandidaten für die Wahl zum Oberbürgermeister unserer wunderschönen Stadt Leipzig.

In Leipzig habe ich meine Familie gegründet und hier engagiere ich mich schon seit Jahrzehnten. Zuhause bin ich in seit mehr als 20 Jahren in Plagwitz und inzwischen seit 14 Jahren auch auf einem Vierseithof in der Nähe von Leipzig, mit Platz für unsere 6 Kinder.

Politisiert haben mich die Friedliche Revolution von 1989, die Friedensgebete, die Umweltgruppen, die Runden Tische. Diese Selbstwirksamkeit von Bürgerinnen und Bürgern hat mich tief geprägt und diese Erfahrung möchte ich mit ins Rathaus nehmen.

Als Verwaltungs- und Umweltjurist mit eigener Anwaltskanzlei im Haus der Demokratie habe ich Bürgerinitiativen gegründet und mit Umweltverbänden für die Verkehrswende, für den Auwald und gegen den Abriss von denkmalgeschützten Häusern gekämpft.

Stadtentwicklung bedeutet für mich, dass Zivilgesellschaft den Raum braucht, Dinge selbst in die Hand zu nehmen, eine Stadt für alle zu gestalten, Freiräume zu erhalten und neue zu schaffen.

Dann hat mir unsere Partei das Vertrauen ausgesprochen, in Dresden für bündnisgrüne Themen zu kämpfen, erst als Abgeordneter und Vorsitzender der Landtagsfraktion, dann als stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Umwelt, Landwirtschaft, Energie und Klimaschutz.

Fünf krasse Jahre, in denen wir gemeinsam endlich die Energiewende in Sachsen angeschoben, die Rettung des Auwalds vorangebracht und viel für eine ökologischere Landwirtschaft und den Naturschutz erkämpft haben. In der Zeit sind wir durch fordernde Krisen gegangen: Covid, die Gasmangel- und Energiepreiskrise infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, Dürre, Hochwasser und Waldbrände. Ich habe gelernt, in der Krise besonnen und zugleich entschlossen zu handeln. Wie ich finde, eine gute Voraussetzung, für das, was vor uns liegt.

Leipzig ist immer von den Bürgerinnen und Bürgern gemacht und mitgestaltet worden – vom Gewandhaus bis zum Hörspielsommer. Doch die Freiräume in Leipzig, die Möglichkeiten für wirklich alle Menschen in dieser Stadt mitzugestalten, sind weniger geworden. Dass Leipzig so cool, so lebenswert und ein guter Ort für alle bleibt, ist alles andere als ein Selbstläufer. Sondern das wird harte Arbeit in den kommenden Jahren.

Wolfram Günther

  • Geboren 1973 in Leipzig
  • Berufsausbildung zum Bankkaufmann
  • Studium der Rechtswissenschaften sowie der Kunstgeschichte, Kulturwissenschaften und der Philosophie in Leipzig
  • Arbeit als freier Dozent in der behördlichen Weiterbildung
  • Seit 2004 selbstständiger Rechtsanwalt mit Rechtsanwaltskanzlei in Leipzig

Politische Vita

  • Seit 1994 aktiv bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Mitglied seit 1997
  • Gründer und Sprecher der LAG Haushalt und Finanzen (2009-2014)
  • Von 2013 bis 2019 Vorsitzender des Kreisverbands Mittelsachsen
  • Von 2014 bis 2020 und seit 2024 Mitglied des Sächsischen Landtags
  • Von 2018 bis 2020 Fraktionsvorsitzender der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
  • Von 2019 bis 2024 Staatsminister für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft sowie Erster stellvertretender Ministerpräsident des Freistaates Sachsen

Haushaltskrise, auf einmal unsicher gewordene Industriearbeitsplätze, Klimakrise, die Verdrängung von Menschen aus ihren Vierteln: Das sind Baustellen, die von der aktuellen Stadtspitze nur ungenügend bearbeitet werden.

Ich möchte gemeinsam mit Euch dafür kämpfen, dass Wohnen bezahlbar ist, dass Freiräume erhalten bleiben. Klimaanpassung, Mobilität, eine Stadtentwicklung, die sich an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger ausrichtet und nicht an denen der Immobilienlobby: Das sind für mich Fragen von Gerechtigkeit und Teilhabe. Dieser Hitzesommer zeigt, dass Klimaschutz und Klimaanpassung keine Nebenthemen sind, sondern für unseren Alltag unersetzlich. Unser gemeinsamer Kampf für den Capa-Wald steht beispielhaft dafür.

Für mich ist auch klar: Diese Stadt braucht keinen Klassenkampf und schon gar keinen rechten Populismus. Sondern ganz praktisch Raum für Vielfalt, das ganz konkrete Ausbalancieren unterschiedlicher Anliegen. Fürs Start-up in der Bio-City genauso wie für den Späti und den Club. Leipzig ist beides: lebendige Kulturszene und lebendige Wirtschaft. Leipzig muss eine Stadt für alle sein.

Ich möchte den vielen Engagierten in dieser Stadt die Steine aus dem Weg räumen. Wenn wir dieses Potenzial wieder heben, können wir Leipzig in so vielen Bereichen zukunftsfest und lebendig entwickeln.

Was ich auch verspreche: keine falschen Versprechungen! Die schwierige Haushaltslage verträgt keine populistischen Antworten. Die Leipzigerinnen und Leipziger haben Ehrlichkeit und hartes Ringen um die besten Lösungen verdient. Einsparungen müssen sozial und ökologisch gerecht sein und dürfen zugleich nicht das wirtschaftliche Fundament der Stadt gefährden. Ich werde für eine Stadt arbeiten, in der Alleinerziehende, Rentnerinnen und Rentner ohne die Angst leben können, aus ihrem Viertel verdrängt zu werden. Und im Rathaus würde gelten, was für mich im Ministerium galt: Gleichstellung und Vielfalt sind Chefsache.

Ich habe auch die Erfahrung gemacht, wie sehr einem der Gegenwind entgegen bläst, wenn man Dinge wirklich verändert. Ich verspreche keine einfachen, schnellen Lösungen in schwierigen Zeiten. Das wäre unseriös. Aber ich verspreche, mit dem Engagement und dem Wissen der der Menschen dieser Stadt das Beste für Leipzig herauszuholen und Wege für Engagement freizuräumen, wo sie verbaut sind. Die nötige Erfahrung und Durchsetzungskraft bringe ich als engagierter Leipziger und ehemaliger Minister mit. Als solcher kenne ich nicht nur die Probleme, sondern auch die Wege, wie sie zu lösen sind.

Liebe Freundinnen und Freunde, ob München, Greifswald, Kiel oder unsere Partnerstädte Hannover und Lyon – sie alle zeigen, dass eine grüne Stadtspitze den Unterschied macht. Wir haben die ganz reale Chance auf einen bündnisgrünen Oberbürgermeister in der größten Stadt Sachsens und des Ostens der Bundesrepublik. Nutzen wir sie!

Vicki wäre eine ausgezeichnete Kandidatin und meine Wunschkandidatin gewesen. Ich musste erst mal schlucken, als ich hörte, dass sie aus nachvollziehbaren Gründen leider nicht antreten kann. Als ich dann gefragt wurde, für die Nominierung zum OB-Kandidaten für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN anzutreten, habe ich sofort Ja gesagt. Leipzig ist meine Stadt. Eine schönere Aufgabe kann ich mir – gerade wegen aller Herausforderungen – nicht vorstellen.

Ich bitte Euch um Euer Vertrauen dafür, als Kandidat um das Amt des Oberbürgermeisters unserer wunderbaren Stadt ins Rennen zu gehen. Ich habe großen Respekt vor dem Weg wie vor der Aufgabe. Das kann nur gelingen, wenn wir alle zusammenstehen. Gemeinsam können wir diesen Wahlkampf gewinnen und dann diese Stadt zukunftsfest und lebendig gestalten!

Euer

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