Dresden/Zwickau. VW-Konzernchef Oliver Blume besuchte heute das VW-Werk Zwickau und sprach circa eine Stunde lang im Rahmen einer Betriebsversammlung zu den Beschäftigten. Vorausgegangen waren Ankündigungen des Konzernchefs, einen Transformationsplan umzusetzen, der unter anderem mit massiven Stellenkürzungen verbunden sein wird. Durch diese vagen Ankündigungen wurde die gesamte Belegschaft in Unruhe versetzt.
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag unterstützt die Belegschaft:
Wolfram Günther, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, appelliert:
„Der Standorterhalt des VW Werks in Zwickau darf nicht zur Debatte stehen. Blumig angekündigte Zukunftspläne nützen nichts, wenn zeitgleich massive Stellenstreichungen und ganze Standorte infrage gestellt werden. Wo bleibt der Blick auf die Menschen, die allerhöchsten Einsatz für den Konzern gezeigt haben? Volkswagen trägt Verantwortung für die Region und die Beschäftigten, nicht nur für seine Aktionäre. Das Ausspielen von Standorten gegeneinander muss auch endlich ein Ende haben.“
„Die Appelle der Staatsregierung in Richtung VW wirken hilflos und missverständliche Aussagen einer Staatsministerin sind gerade jetzt absolutes Gift. Wir fordern: Schluss mit der Zurückhaltung und voller Einsatz für die Beschäftigten und den Standort! Der Ministerpräsident steht im Wort und muss sich gegenüber der Konzernspitze klar für den Standort, eine langfristige Perspektive und Sicherheit für die Beschäftigten einzusetzen, statt sich in einem langwierigen Prozess beim Masterplan Südwestsachsen zu verheddern. Und auch dazu findet sich nichts im Haushaltsentwurf. Ein schicker Plan macht aber noch keine Zukunft, er muss untersetzt werden.“
Katja Meier, verkehrspolitische Sprecherin und für Zwickau zuständige Abgeordnete der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, fügt hinzu:
„Die Zukunft fährt elektrisch. Das VW Werk in Zwickau ist einer der modernsten Elektromobilitätsstandorte Europas und hat seine Hausaufgaben gemacht. Die Verlagerung der Produktion ins Ausland mag sich für Volkswagen auf den ersten Blick rechnen, aber die geringen Einsparungen stehen einem massivem Imageverlust gegenüber. Ich appelliere an die Konzernführung, weiter konsequent den Weg der E-Mobilität mit den Beschäftigten in Zwickau gemeinsam zu gehen.“
Hintergrund
Die Sächsische Zeitung berichtet u.a., dass Staatsministerin Regina Kraushaar bei einem nicht-öffentlichen Termin bereits davon sprach, dass das Werk in Zwickau nicht mehr zu retten sei. Die Staatsregierung und ihre Pressestelle dementierte dies.



