Im Portrait

Wolfram GüntherIch beackere als neuer Landtagsabgeordneter der GRÜNEN die Themen Umweltpolitik, Landwirtschaft, Stadt-, Dorf- und Landesentwicklung sowie Denkmalschutz. Bereits zu DDR-Zeiten bin ich als gebürtiger Leipziger mit umweltpolitischen Themen in Berührung gekommen.

Auf dem Weg zur Schule konnte ich täglich den Smog über der Stadt sehen. Und die Flüsse hatten eine richtige Schaumkrone. Möglicherweise waren es diese frühen Erfahrungen mit Umwelt- und Naturzerstörung, die meinen Lebensweg entscheidend vorbestimmt haben: Als Teilnehmer der Friedensgebete teilte ich als 15-Jähriger den Drang der Menschen nach Veränderung.

Nach dem Abitur verschlug es mich jedoch zunächst nach Düsseldorf, wo ich eine Ausbildung zum Bankkaufmann absolvierte. Ich merkte allerdings schnell, dass nach der ersten Euphorie 1989 Ernüchterung einsetzte. Denn auch in Westdeutschland gab es Machtnetzwerke, die über die Köpfe anderer entschieden. Um tatsächlich mitzubestimmen, musste ich mich einmischen. Ich ging zurück nach Leipzig und kandidierte dort 1994 auf der Liste von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für den Stadtrat. Gleichzeitig nahm ich ein Jurastudium auf, zwei Jahre später folgte ein Studium der Kunstwissenschaften und Kulturgeschichte in Leipzig und Berlin. Auch das hing mit der Zeit vor 1989 zusammen. Wir wollten damals nicht nur den Staat verändern, sondern auch unsere Kulturschätze, Dörfer und Städte retten, die zusehends verfielen.

Das alles scheint bei den Regierenden in Dresden in Vergessenheit geraten zu sein. Noch immer fließen in großem Stil Fördermittel, um ortsbildprägende Häuser abzureißen oder Massentierhaltungsanlagen in die Landschaft zu setzen, anstatt den ländlichen Raum attraktiver zu machen. Wir müssen weiter zusehen, dass Dörfer für den Braunkohleabbau abgebaggert werden. Das alles möchte ich ändern.

Meine Leidenschaft für Umwelt, Tiere und Denkmalschutz reicht bis in mein Privatleben. Im mittelsächsischen Königsfeld habe ich einen alten Vierseitenhof erworben, wo ich mit meiner Familie, einem Pferd und mehreren Schafen lebe. Ein idealer Ort, um Kraft für die politische Arbeit zu tanken.