Der Wolf muss wieder aus dem Sächsischen Jagdgesetz gestrichen werden

 

Foto: Pixabay.com/Pixel-mixer

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(2016-124) 5.4.: In einem gemeinsamen Positionspapier ‚Wölfe in Deutschland‘ haben die naturschutzpolitischen Sprecher aller Landtagsfraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN deutschlandweit einheitliche Regelungen für den Umgang mit dem Wolf bzgl. dem Monitoring der Populationsdynamik, dem Herdenschutz und dem Umgang mit Wolfsbegegnungen gefordert und dazu ein Positionspapier vorgelegt. Ziel ist es, die Erfassungs-, Vernetzungs- und Aufklärungsarbeit zu bündeln und nicht in jedem Bundesland unterschiedliche Systeme zu benutzen. Die bisherige Erfahrung aus Sachsen soll allen anderen Bundesländern, die der Wolf besiedelt oder besiedeln wird, zugutekommen.

„Wir begrüßen die Etablierung des Wolfes in Deutschland“, so Wolfram Günther, naturschutzpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag. „Wir fordern die dauerhafte Unterstützung des nationalen Kompetenzzentrums Wolf am Senckenbergmuseum für Naturkunde in Görlitz in Verantwortung des Bundesamtes für Naturschutz, um Wissenschaft, Naturschutzverbände und Verbände der Nutztierhalter zu vernetzen, auch über die vorgesehenen drei Jahre hinaus.“

Die Naturschutzpolitiker sprechen sich dagegen aus, dass der Wolf in Sachsen neben dem Naturschutzgesetz auch noch im Jagdgesetz steht. „Wir treten deutlich gegen das Ziel von Teilen der Jägerschaft auf, die Bejagung von Wölfen freizugeben. Der Wolf muss wieder aus dem Sächsischen Jagdgesetz gestrichen werden“, fordert Günther. „Die Aufnahme in zwei Gesetze verkompliziert die Zuständigkeiten und hat außerdem nicht unbedingt zu einer verbesserten Akzeptanz bei der Jägerschaft geführt.“
„Erst wenn sich, wissenschaftlich nachgewiesen, stabile Populationen entwickelt haben, entsteht die Notwendigkeit, über eine Bestandsregulierung überhaupt zu sprechen. Dies sehe ich aber noch in sehr weiter Ferne.“

Die sächsische Praxis, Schäden an Nutztieren auszugleichen und Nutztierhalter beim Kauf von wolfsabwehrenden Zäunen, dem Einsatz von Herdenschutzhunden und anderen Präventionsmaßnahmen finanziell zu fördern, erhielt einhellige Unterstützung.
„Weitere versicherungsrechtliche Fragen, wie bei der Flucht von Weidetieren auf Verkehrswege, müssen geklärt werden“, erläutert der Abgeordnete.

» ‚Wölfe in Deutschland‘ – Position der naturschutzpolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen

Hintergrund zur Dokumentations- und Beratungsstelle:
Im Senckenbergmuseum für Naturkunde in Görlitz soll eine bundesweite Dokumentations- und Beratungsstelle für den Wolf entstehen.
Diese Dokumentations- und Beratungsstelle soll die zuständigen Landesbehörden in Deutschland in Bezug auf den Wolf beraten, bundesweite Daten sammeln und aufbereiten sowie für Informationsaustausch sorgen.

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